Google-Updates: eine Übersicht von Panda, Pinguin und Hummingbird

Google-Updates: eine Übersicht von Panda, Pinguin und Hummingbird

Die Google-Updates sind in aller (Online-Marketer) Munde. Tierisch kommen sie daher: man redet von Panda, Pinguin und Hummingbird (Kolibri). Aber was genau wird und wurde da gemacht? Wie wurde der Google-Algorithmus nun verändert und welche Such-Kritierien waren davon betroffen? Im Detail kann man darüber Bücher schreiben und Monate bis Jahre diskutieren. Das überlasse ich andern. Vielmehr möchte ich hier eine kurze Übersicht geben, was die Google-Updates im Wesentlichen beinhalteten.

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Die super-kurze Übersicht der Google-Updates:

[notification]Panda: Website quality, 2011 – Content – Content – Content
Pinguin: Backlinks, 2012 – Das Ende vom unnatürlichen Backlink-Aufbau
Hummingbird: Kontext, 2013 – Vergesst das Keyword! Der Zusammenhang ist entscheidend.
Pigeon: Local Search, 2014 – lokale Anbieter sind wichtiger[/notification]

Und jetzt ein klein wenig ausführlicher:

Der Panda-Algorithmus

Mit dem Panda Algorithmus wurde erstmals die Spreu vom Weizen getrennt. Sprich: Am (bzw. ab) 23. Februar 2011 hat „Panda“ die Websiten nach qualitativ hochwertigem Content untersucht und entsprechend bewertet. Dabei heisst „hochwertig“: ist die Website relevant für den Suchenden? Anders gesagt: Findet der auf-Google-Suchende diejenigen Informationen auf der Website, die er sich erhofft?

Ganz klar heisst das Stichwort dabei Content – Content – Content. Der Inhalt der Website ist alles entscheidend. Wer sucht, der will Information. Und eine Website ist umso relevanter, je mehr Information (Content) sie liefert. Informative Inhalte benötigen in der Regel mehr als 2-3 Sätze. Deshalb wird „thin content“ eher tiefer bewertet als Websites mit ausführlichen Erklärungen zu einem bestimmten Thema. Keywords stehen dabei noch im Fokus.

Hochwertiger Content heisst aber auch, dass er einzigartig sein soll. Ein simples „copy-paste“ kommt jedem Schlaumeier in den Sinn, nützt aber bei Google nicht viel. Der Content soll „Unique“ sein. Und so ist seit Panda der „duplicate content“ verpönt.

Das letzte grössere Panda-Update war am 20. Mai 2014 (Panda 4.0). Es war ein kleineres Erdbeben in der SEO-Welt, doch wer sich darum gekümmert und den Content auf der Website aufgewertet hat, konnte sich davon auch wieder erholen.

Der Pinguin-Algorithmus

Linkaufbau war schon früh ein Instrument, um eine Website bekannt und wichtig (relevant) zu machen. Findige frühzeit-Online-Marketer nutzten dies aus, um hunderte bis tausende wahllos platzierte Links zu generieren. Leider hat das Platzieren von einem Link noch nicht zwingend mit Relevanz zu tun, und es ist klar, dass hier von Link-Spamming gesprochen werden muss. Dem gutgläubigen Web-Surfer nützt es nämlich nichts, wenn er auf eine Seite gelangt, nur weil die Verlinkung aus Spam-Gründen erstellt wurde und die Ziel-Website nicht unbedingt dem entspricht, was er sich erhofft. Deshalb wurde diesem Treiben mit Pinguin (ab 24. April 2012) ein Ende gesetzt.

Die verlinkten Websites wurden nun nach Relevanz beurteilt. Wenn eine Website an sich (dank gutem Content) wichtig ist, dann darf man ab sofort davon ausgehen, dass auch ein Link zu einer anderen Website nicht willkürlich, sondern aufgrund einer gewissen Relevanz gesetzt wurde. Die Link-Power wird so auf die verlinkte Website weitergegeben.

Ausserdem wurde ab sofort dem „Anchor Text“ Beachtung geschenkt. Der Anchor Text ist der verlinkte Text (meist unterstrichen). Oftmals findet man auf Websiten ein „hier“, dass unterstrichen ist, z.B. „mehr finden Sie hier„. Dies ist natürlich nicht sehr aufschlussreich. Besser ist eine Verlinkung wie „mehr finden Sie bei ihrem Fotograf in Luzern„. Dieser Anchor Text wirkt sich aus auf die Suchwörter (Keywords), die in der Google-Suche eingeben werden. Kaum jemand wird nach „hier“ suchen – vielmehr ist „Fotograf in Luzern“ eine realistische Suchphrase.

Wer von „Pinguin“ betroffen ist und Ranking-Verluste hinnehmen musste, kann gleich wie bei Panda etwas dagegen tun. Die Massnahmen sind aber insgesamt etwas komplizierter. Es geht darum die schadhaften Links zu identifizieren und bei Google zu melden, sich sozusagen schuldig zu bekennen. Auch dazu könnte man mehrere Blog-Beiträge zum Thema „disavow“ schreiben.

Der Hummingbird-Algorithmus

Mit Hummingbird wurde 2013 die ganze Suchmaschinen-Technik (oder vielmehr Philosophie!?!??) auf den Kopf gestellt. Die zuvor so wichtige Keyword-Angelegenheit ist ab sofort nicht mehr entscheidend. Viel mehr geht es darum, den Google-Suchenden zu verstehen und sein Anliegen in einen Kontext zu setzen: Was sucht er wirklich? Will er die Höhe vom Eiffelturm wissen? Dann sucht er nicht nach Höhe! Sondern nach 301m!!!

Die semantische Suche tritt ab sofort in den Vordergrund. Eine Suchanfrage wird in einen Kontext gesetzt und nicht keyword-basiert ausgewertet. Entscheidend ist also: was bietet die Website zu einem Thema, das der Suchende sucht? Findet er konkrete Antworten auf seine Fragen?

Der Pigeon-Algorithmus

Mit Pigeon hat Google 2014 den lokalen Suchanfragen mehr Gewicht erteilt. Sehr oft sucht man nach lokalen Dienstleistern. Ob Restaurant, Gärtner oder Coiffeur, wenn ich in Luzern zu Hause bin, dann will ich wahrscheinlich Angebote aus der Innerschweiz zuerst sehen und nicht in Schaffhausen oder Bellinzona fündig werden.

Die Local Search hat natürlich auch ihren Zusammenhang mit der Suche auf mobile Devices. Denn wenn ich unterwegs bin und ein Restaurant in der Nähe suche, dann tu ich das eher mit dem Handy als mit dem PC. Die Ausrichtung auf Mobile nimmt also Formen an, und so sind auch mobile-optimierte Websiten von immer grösserer Wichtigkeit.

Zur Mobile-Optimerung kam zuletzt im April 2015 ein grösseres Update heraus. Mobile-optimierte Websites werden fortan wichtiger eingestuft. Man sprach von „Mobilegeddon“. Die Auswirkungen sind per dato noch nicht umfassend und definitiv analysiert. Tendenzen zu der Priorisierung mobile-optimierter Websiten sind aber doch klar erkennbar und es dürfte in Zukunft noch weiter in diese Richtung gehen. „Mobilegeddon“ war also erst der Anfang.

Soviel zur bewusst kurz gehaltenen Übersicht über die Google-Updates. Wer es trotzdem etwas genauer wissen möchte, für den verweise ich gerne auf den Blog-Beitrag von Moz.com: Google Algorithm Cheat Sheet.

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